Gestern, 29.01.2026, hat unsere Infoveranstaltung zum neu geplanten Standort der Heizzentrale statt gefunden. Die Veranstaltung war erneut sehr gut mit ca. 100 interessierten Bürgern besucht. Es wurde umfassen über den aktuellen Stand des Ausbaus, die Entwicklung der Planung und der weiteren Maßnahmen informiert. Im Anschluss konnte in einer offenen Fragerunde weiter detaillierte Informationen ausgetauscht werden.
Die Präsentationen zur Veranstaltung stehen hier zum Download bereit.

FAQ
1. Warum wurde der ursprünglich geplante Standort geändert?
Die Entscheidung für einen neuen Standort beruht in erster Linie auf wirtschaftlichen Gründen. Zahlreiche Gutachten haben gezeigt, dass der Standort am Friedhof mit hohen Investitions- und Betriebskosten verbunden gewesen wäre – unter anderem wegen der erforderlichen Schornsteinhöhe von rund 40 Metern sowie zusätzlicher Leitungsverluste über weite Transportwege. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach Fernwärmeanschlüssen geringer als ursprünglich angenommen. Das aktuell geltende Heizungsgesetz lässt Eigentümerinnen und Eigentümern weiterhin Übergangsoptionen mit Gas- und Ölheizungen, was den Anreiz für einen Fernwärmeanschluss begrenzt. In Kombination mit den derzeit vergleichsweise günstigen Preisen für Öl und Gas hätte das Projekt in der ursprünglichen Form ein hohes Investitionsrisiko dargestellt.
1a. Wie weit ist der neue Standort vom ursprünglich geplanten Standort entfernt?
Der neue Standort an der Oberen Sonnenbühlstraße / Chabrisweg liegt rund 400 Meter näher an der Ortslage als der ursprünglich geplante Standort am Friedhof. Dadurch rückt die Wärmeerzeugung deutlich näher an die Hauptabnehmer heran. Die kürzeren Leitungswege führen zu geringeren Leitungsverlusten und niedrigeren Investitionskosten für das Fernwärmenetz. Insgesamt verbessert sich damit die Wirtschaftlichkeit des Gesamtprojekts, da die Wärme dort erzeugt wird, wo sie überwiegend benötigt wird.
1b. Akzeptieren die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner die Pläne?
Die Rückmeldungen aus der Bürgerschaft sind unterschiedlich. Viele Anwohnerinnen und Anwohner zeigen Verständnis für das Ziel einer nachhaltigen Wärmeversorgung, äußern jedoch auch berechtigte Fragen und Sorgen hinsichtlich möglicher Belastungen. Gemeinde und WEL legen großen Wert darauf, diese Belastungen so gering wie möglich zu halten und transparent zu kommunizieren. Eine offene und sachliche Diskussion ist dabei die wichtigste Grundlage. Aus diesem Grund wurden bereits drei Informationsveranstaltungen durchgeführt.Gleichzeitig ist klar, dass sich die Energiewende in der Praxis meist nicht vollständig ohne gewisse Beeinträchtigungen umsetzen lässt. Entscheidend ist daher, Belastungen fair zu verteilen, auf ein vertretbares Maß zu begrenzen und die Betroffenen frühzeitig einzubinden.
2. Wie viele Haushalte können im besten Fall angeschlossen werden?
Das mögliche Versorgungsgebiet hat sich im Zuge der Neuplanung deutlich verkleinert. Im besten Fall können künftig rund 90 Haushalte angeschlossen werden. Die Hauptabnehmer sind dabei vor allem die kommunalen Einrichtungen, insbesondere das Schulzentrum und das Kinderhaus, sowie angrenzende Wohnquartiere. Diese Quartiere werden vorrangig dort erschlossen, wo die Gemeinde ohnehin Straßensanierungen durchführt. Durch die Nutzung dieser Synergieeffekte beim Leitungsbau kann die Wärmeenergie Lonsee wirtschaftlicher agieren und insgesamt stabile sowie wettbewerbsfähige Wärmepreise anbieten.
3. Sind Bürgerinnen und Bürger, die nun nicht mehr angeschlossen werden können, enttäuscht?
Einzelne Bürgerinnen und Bürger hätten sich sicher gewünscht, perspektivisch an das Fernwärmenetz angeschlossen zu werden. Gleichzeitig besteht jedoch auch Verständnis dafür, dass die Planung unter den aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen angepasst werden musste. Die Gemeinde und die WEL haben stets transparent kommuniziert, dass ein Anschluss privater Haushalte von Wirtschaftlichkeit, Nachfrage und Förderbedingungen abhängt. Ziel war es nie, falsche Erwartungen zu wecken, sondern Schritt für Schritt eine tragfähige Lösung aufzubauen. Die nun gewählte Fokussierung auf ein kleineres, wirtschaftlich gesichertes Versorgungsgebiet schafft eine stabile Grundlage und hält gleichzeitig die Option offen, bei veränderten Rahmenbedingungen künftig weitere Anschlüsse zu prüfen.
4. Wie hoch war die Leistung der ursprünglich geplanten Heizzentrale?
Die ursprünglich geplante Heizzentrale war im Endausbau auf eine Leistung von rund 2,4 Megawatt ausgelegt und hätte die Versorgung von etwa 300 Haushalten ermöglicht. Aufgrund dieser Größenordnung handelte es sich um eine immissionsschutzrechtlich genehmigungsbedürftige Anlage. Ein förmliches Genehmigungsverfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) sowie ein Bebauungsplanverfahren mit Umweltprüfung wären erforderlich gewesen. Diese Verfahren waren mit erheblichem zeitlichem, finanziellen und planerischen Aufwand verbunden.
5. Ist eine kleinere Heizzentrale wirtschaftlich zu betreiben?
Ja. Unter den neu definierten Rahmenbedingungen kann die kleinere Heizzentrale wirtschaftlich betrieben werden. Entscheidend ist, dass die Anlage nun auf ein klar abgegrenztes Versorgungsgebiet mit verlässlichen Hauptabnehmern ausgerichtet ist. Insbesondere die Versorgung der kommunalen Einrichtungen sowie von rund 90 Haushalten, die kürzeren Leitungswege, geringere Investitionskosten und die Nutzung von Synergieeffekten bei Straßensanierungen reduzieren die Gesamtkosten deutlich. Zudem senkt die angepasste Dimensionierung das wirtschaftliche Risiko und ermöglicht einen stabilen Betrieb ohne Abhängigkeit von spekulativen Anschlusszahlen.
6. Kann man bei der neuen Lösung noch von Fernwärme sprechen?
Der Unterschied zwischen Fern- und Nahwärme liegt vor allem in der Größe des Netzes. Fernwärme bezeichnet in der Regel größere Netze mit längeren Leitungsstrecken, während Nahwärmenetze kompakter sind und meist einzelne Quartiere oder Ortsteile versorgen. Technisch funktionieren beide Systeme identisch: Die Wärme wird zentral erzeugt und über ein Leitungsnetz an mehrere Gebäude verteilt. Für die Nutzerinnen und Nutzer ist diese Unterscheidung letztlich nicht entscheidend. Maßgeblich sind Versorgungssicherheit, Preisstabilität und Effizienz. Gerade kleinere, quartiersbezogene Netze gelten heute als besonders wirtschaftlich und verlustarm. Ob man daher von Fern- oder Nahwärme spricht, ist zweitrangig – entscheidend ist eine zuverlässige, klimafreundliche und bezahlbare Wärmeversorgung.
7. Wie sieht der Zeitplan für die neue Planung aus und wann könnten die ersten Haushalte angeschlossen werden?
Für die neu geplante Anlage ist ein regulärer Bauantrag erforderlich. Da es sich um eine standardisierte, modular aufgebaute Heizzentrale handelt, liegen bereits viele der notwendigen technischen Daten sowie einschlägige Gutachten vor. Die Anlage wird aus vorgefertigten Modulen errichtet, die angeliefert und vor Ort montiert werden. Zur besseren Einbindung in das Ortsbild ist eine Verkleidung mit Holzfassade vorgesehen. Die Kaminhöhe wird etwa 15 Meter betragen.
Ziel ist es, die Heizzentrale zeitnah fertig zustellen, da bereits zahlreiche Nutzer an das Wärmenetz angeschlossen sind und eine dauerhafte Versorgung benötigen. Nach aktuellem Stand sollen die ersten Haushalte im Oktober 2026 mit Wärme versorgt werden.
Bei weiteren Fragen zu diesem Projekt erreichen Sie uns telefonisch unter +49 7336 2279555 oder per E-Mail an info@we-lonsee.de.














